Die Schuld des Lebens
Den Sträflingsanzug ausziehend, zur Freiheit zurückkehrend, hörten wir nicht auf, die Schuldner der Menschen zu sein, die auf der anderen Seite des Flusses Soła wohnen, also der Einwohner von Oświęcim. Sie haben es ermöglicht, dass wir bis zur Stunde der Freiheit ausgehalten haben. Sie haben uns manchmal die Zeit der Gefangenschaft verkürzt, indem sie die Fluchten und Verlegungen ins familiäre Haus, in die konspirative Organisation und in die Parisantentruppen vorbereitet haben, zum Kampf.
Man kann ruhig sagen, dass es Tausende von Menschen gab, die den Häftlingen Hilfe geleistet haben. Sie lebten alle im Umkreis des Komplexe KL Auschwitz mitsamt seinen mehr als 40 Unterlagern und in der Nähe der Strecken des „Marsches des Todes“.
Ein halbes Jahrhundert lang, gaben wir – ehemalige Häftlinge vom KL Auschwitz – Zeugnis vom „Guten, das im Schatten und in der Nachbarschaft des sittenlosen Bösen und der Gaskammer geboren ist“. Das waren Gedenktafel, Bücher, Dokumentar – und Spielfilme, Jahrestag – Feierlichkeiten, Radiosendungen und Fernsehsendungen.
Es gibt uns immer weniger überlebende Zeitzeugen, deswegen haben sich Die Gesellschaft zum Schutz der Stadt Oświęcim und Die Gesellschaft der Liebhaber der Auschwitzer Erde entschlossen „ein Denkmal zur Ehrung Einwohner der Stadt Oświęcim und aller Frauen, Kinder, Männer und Organisationen zu errichten, die in den Jahren 1940 – 1945 den Häftlingen der Konzentrationslager Auschwitz und Birkenau lebensrettende Hilfe geleistet haben.
Wir wollen nicht ein Gedenkzeichen gründen, sondern eine gemeinnützige für die Stadt Oświęcim, die „Hospiz – Denkmal“ heiβen soll.
August Kowalczyk
Der ehemalige Häftling von KL. Auschwitz nr. 6804